Geprüfter Wassermeister/ Geprüfte Wassermeisterin

Der neue Meister im umwelttechnischen Bereich

im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hat ein Sachverständigengremium unter der Leitung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn eine neue Prüfungsverordnung zur Fortbildung zum Geprüften Wassermeister/zur Geprüften Wassermeisterin erarbeitet. Grundlage für die bundeseinheitliche Gestaltung der Prüfung durch Rechtsverordnung bildet § 46 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG).

Im selben Verfahren wurden gleichzeitig die Verordnungsentwürfe für die Fortbildungsabschlüsse der drei anderen Meister in den umwelttechnischen Berufen:

Geprüfte/r Abwassermeister/in, Geprüfte/r Meister/in in der Kreislauf- und Abfallwirtschaft und Städtereinigung, Geprüfte/r Meister/in für Rohr-, Kanal- und Industrieservice, erarbeitet.

Abwasseranlage

Mit der neuen Verordnung müssen zwei bzw. drei Jahre Berufspraxis auch in der Elektrotechnik nachgewiesen werden. Ver- und Entsorger und alle diejenigen Facharbeiter, die künftig die Wassermeisterprüfung absolvieren wollen und noch keine elektrotechnische Qualifikation besitzen, müssen sich schnellstmöglich nachqualifizieren. Selbst wenn sie jedoch die Nachqualifizierung sofort wahrnehmen, reicht die Zeit zum Erwerb von elektrotechnischer Berufspraxis nicht aus, wenn sie sich vor Ablauf von zwei bzw. drei Jahren zur Wassermeisterprüfung anmelden wollen. Deshalb waren sich die Sachverständigen einig, dass in einer Übergangszeit von zwei bzw. drei Jahren ab In-Kraft-Treten der Verordnung die Zuständigen Stellen auch bei kürzeren Praxiszeiten in der Elektrotechnik eine Zulassung zur Prüfung aussprechen sollen, wenn auch die Verordnung selbst keine formelle Übergangsfrist für die elektrotechnischen Praxiszeiten vorsieht. Das BMBF wird eine entsprechende Empfehlung an die Zuständigen Stellen herausgeben. Damit ist die Kontinuität der Meisterfortbildung gewährleistet.

Zur Prüfung zugelassen werden können auch Personen, die der zuständigen Stelle auf andere Weise, z.B. durch Vorlage von Zeugnissen, glaubhaft machen, dass sie die notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Erfahrungen erworben haben.

Übergangsregelungen
:

Nach Prüfung des Sachverständigenentwurfes durch die zuständigen Bundesministerien ist die neue Verordnung am 1. März 2005 in Kraft getreten. Gleichzeitig wird die bisherige Verordnung vom 23. November 1987 außer Kraft gesetzt. Für einen geordneten Übergang von der bisherigen zur neuen Verordnung sorgen Übergangsvorschriften. So können beispielsweise begonnene Prüfungsverfahren bis zum 31. Dezember 2007 nach der bisherigen Verordnung zu Ende geführt werden. Bei einer Anmeldung zur Prüfung bis zum 30. Juni 2005 kann die Anwendung der bisherigen Verordnung beantragt werden. Nicht in der Verordnung verankert, jedoch auf Empfehlung des Sachverständigengremiums können die zuständigen Stellen für eine Übergangs-zeit von zwei bzw. drei Jahren bei der Anrechnung von Praxiszeiten die elektrotechnische Qualifikation unberücksichtigt lassen.

Prüfung

Ausbildereignungsprüfung ( AdA - Schein)

  1. Grundlegende Qualifikationen:
    1. Rechtsbewusstes Handeln
    2. Betriebswirtschaftlichen Handeln
    3. Anwenden von Methoden der Information, Kommunikation und Planung
    4. Zusammenarbeit im Betrieb
    5. Berücksichtigen naturwissenschaftlicher und technischer Gesetzmäßigkeiten
  2. Handlungsspezifische Qualifikationen
    1. Handlungsbereiche Technik
       - Planung und Bau
        -Betrieb
        -Instandhaltung
    2. Handlungsbereich Organisation
       - Kostenwesen
       - Bau- u. Betriebsführung & Kundenorientierung
       - Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz
       - Recht
    3. Handlungsbereich Führung und Personal
       - Personalführung
       - Personalentwicklung
       - Managementsysteme

Fazit: Die neue Meisterausbildung berücksichtigt die vielschichtigen Arbeits- und Organisationsstrukturen in kleineren und auch größeren Versorgungsunternehmen.
Der Meister ist im Betrieb sowohl als technische Führungskraft als auch als Koordinator, Moderator und Impulsgeber gefordert.


Da der Meister selbst aus der Facharbeiterschaft stammt, verbindet sich technisches Know - How mit Organisations und Führungskompetenz. (betriebliche Situationsaufgaben bilden den Prüfungsschwerpunkt !!!)

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